Bei „Familienfreundliche Arbeitgeber“ erzählen wir dir keine Geschichten. Wir sprechen mit echten Menschen über ihre Erfahrungen. Heute im Interview: Steffen Dankesreiter von Ritter Sport.
Wie lassen sich Karriere und Familie wirklich miteinander vereinbaren? Steffen Dankesreiter, dreifacher Vater und seit über zehn Jahren bei Ritter Sport tätig, hat seinen beruflichen Weg immer an seine familiäre Situation angepasst – von einem Minijob in der Schokoladenausstellung bis hin zum Gesundheitsmanagement. Wie er diese Flexibilität erlebt hat, warum er und seine Frau sich für eine partnerschaftliche Aufteilung entschieden haben und welche Rolle Arbeitgeber dabei spielen, erzählt er in unserem Interview. Familienfreundliche Jobs bei Ritter Sport findest du hier …
Steffen Dankesreiter ist dreifacher Vater und arbeitet seit über zehn Jahren bei Ritter Sport (Alfred Ritter GmbH & Co. KG). Anfangs, nach der Geburt des ersten Kindes, war er auf 450-Euro-Basis in der Schokoladenausstellung tätig. Heute ist er nahezu in Vollzeit im betrieblichen Gesundheitsmanagement beschäftigt. „In zehn Jahren habe ich zehnmal meinen Beschäftigungsgrad verändert. So flexibel ist Ritter Sport als Arbeitgeber. Ich konnte meine Stundenanzahl immer an meine familiäre Situation anpassen, ohne Diskussion.“
Drei Monate nach der Geburt des ersten Kindes entschieden Steffen Dankesreiter und seine Frau, die Rollen zu tauschen. „Als mir meine Frau gestand, dass sie gern wieder arbeiten gehen würde, dachte ich nur: … und ich kann mir gut vorstellen, zuhause zu bleiben.“ Damals gab es zwischen dem Paar noch ein finanzielles Ungleichgewicht. „Als Sanitäter im Schichtdienst habe ich weniger verdient als meine Frau als Polizeibeamtin. Mittlerweile hat sich das durch meinen Job bei Ritter Sport angeglichen. Wir hatten beide die Möglichkeit, uns beruflich und finanziell weiterzuentwickeln.“ Sie ist jetzt Hauptkommissarin, Steffen Dankesreiter war unter anderem bereits Führungskraft in Elternzeitvertretung.
Zusammen arbeiten die Dankesreiters 150 Prozent. Passt der eine seine Arbeitszeit an, tut es der andere auch. Das stellt sicher, dass die Betreuung der Kinder nachmittags gesichert ist und die Finanzen stimmen. „Nachdem ich auf Minijobbasis angefangen hatte, habe ich dreißig Prozent gearbeitet, dann wieder zwanzig, bin auch mal auf hundert hoch, dann wieder auf vierzig, siebzig, achtzig runter. Je nachdem, wie es beruflich auch bei meiner Frau lief. Mittlerweile arbeite ich zweiundneunzig Prozent. Aber auch nur, weil ich hier die Möglichkeit habe, flexibel zu sein.“
Die beiden wurden früh Eltern, als Steffen Dankesreiter gerade mal fünfundzwanzig war. „Wir waren mit die ersten im Freundeskreis, die Kinder bekommen haben. Dass wir uns alles fair aufteilen wollen, war für uns total selbstverständlich. Erst nach und nach ist uns aufgefallen, dass wir mit unserem Modell komplett alleine dastehen. Wir dachten wirklich, dass es in Deutschland so etwas wie Gleichberechtigung gibt. Aber mein Gefühl sagt etwas anderes. Nach über einem Jahrzehnt blicke ich zurück und denke: Es hat sich kaum etwas verändert. Vielleicht in der Diskussion, aber nicht in der Umsetzung.“ Tatsächlich arbeiten nur fünf Prozent der Paare in doppelter Teilzeit (Statistisches Bundesamt 2023). Der überwiegende Teil wählt ein „klassisches“ Familienmodell, in dem der Vater Vollzeit arbeitet, während die Mutter in Teilzeit geht.
„Die Gesellschaft ist nicht auf Teilzeitväter eingestellt und nicht auf ein Familienmodell, das sich fair aufteilt.“ Ob das Paar es nochmal so machen würde? „Die letzten zwei Jahre ziehen wir viel Resümee und haben manchmal das Gefühl, festzustecken. Ich bin hin und hergerissen. Eine doppelte Teilzeit würde ich wahrscheinlich nicht empfehlen. Trotzdem würden wir es wieder so machen. Denn was ist die Alternative?“
Steffen Dankesreiter erzählt von einer Bekannten mit Studienabschluss. Sie machte Karriere, bis die Kinder kamen. Denn sie hatte das „Pech“, dass ihr Mann auch Karriere machen wollte. Sie zog sich beruflich zurück, kümmerte sich um die Kinder und geriet auf das berufliche Abstellgleis. „Das zerreißt mir das Herz. Mir tut das richtig leid, für sie, aber auch für den Arbeitsmarkt. Eine gut ausgebildete Akademikermutter, die nur noch Jobs bekommt, für die sie überqualifiziert ist. Das ist doch traurig. Wenn man mal ehrlich ist, frage ich mich, welche Vorteile Frauen von diesem Modell haben. Vorteile hat hier langfristig doch eigentlich nur der Mann.“
Vielleicht wäre es leichter gewesen, ein klassisches Modell zu wählen. Aber die Dankesreiters konnten sich das nie vorstellen. „Ich will eben nicht nur Wochenendpapa sein, sondern aktiv am Alltag meiner Kinder teilhaben. Sie ins Bett bringen, zum Arzt fahren, Ausflüge machen. Sicher verbringe ich die Zeit mit den Kindern oft anders als meine Frau. Da bin ich dann doch oft typisch Mann. Aber ich bin da, kümmere mich, trage den Mental Load mit und das ist mir wichtig. Im Freundeskreis meiner Kinder arbeiten viele Väter bis spät abends und wissen gar nicht, was bei ihren Kids gerade so los ist. Da sieht man immer nur die Mütter. Das ist doch schade.“
Um 15:30 Uhr ist Steffen Dankesreiter zu Hause bei den Kindern und managt das Familienleben zusammen mit seiner Frau. Die Kinder finden es eher irritierend, dass ihre Eltern mit einer gleichberechtigten Aufteilung der Erwerbs- und Carearbeit eine Ausnahmeerscheinung sind. Denn, und das darf man nicht vergessen, Kinder sind eher unflexibel, wenn es um Alltagsroutinen geht. Plötzlich soll der Papa sie ins Bett bringen, obwohl das sonst immer Mama macht. Keine Chance, meint Dankesreiter. So kommen viele Familien nicht mehr aus traditionellen Rollenmustern heraus. Sie gehen als gleichberechtigtes Paar in den Kreißsaal und kommen als ein Paar der 50er Jahre wieder heraus.
Falsche staatliche Anreize und fehlende Betreuungsmöglichkeiten verstärken diesen Zustand noch. Wenn Arbeitgeber sich dann noch komplett einer familienfreundlichen Unternehmenskultur verweigern, ist das ein Schlag ins Gesicht für die Eltern, die sich eine faire Aufteilung wünschen. Doch auch, wenn die Firmenphilosophie, wie bei Ritter Sport, familienorientiert ist, ist das noch kein Garant dafür, dass die Umsetzung gelingt. „Ich hatte bei Ritter Sport bisher vier Vorgesetzte, die alle extrem tolerant waren, weil sie selbst Kinder haben oder hatten, und wissen, wie schwierig es sein kann, Familie und Beruf zu vereinen. Deshalb konnte ich auch immer ganz offen meine Bedürfnisse kommunizieren. Ich denke aber, dass es trotzdem in jedem Unternehmen Führungskräfte gibt, die für das Thema weniger Verständnis haben. Zum Beispiel, weil sie selbst keine Kinder haben oder zu Hause nicht für sie zuständig sind.“
Was Steffen Dankesreiter Eltern auf der Suche nach Vereinbarkeit oder einem familienfreundlicheren Arbeitgeber mitgeben würde? „Nicht naiv zu sein, die Finanzen im Blick zu behalten, sich gut zu organisieren und zu kommunizieren, halte ich für wichtig. Kinder kosten nun mal Geld, da ist es nicht verwerflich, zu schauen, welches Familienmodell am ehesten die Rechnungen zahlt. Auf der anderen Seite, und das habe ich ja auch schon gesagt, sollten die beruflichen und finanziellen Nachteile langfristig nicht nur von einer Person getragen werden. Wer sich gern gleichberechtigter aufstellen möchte, dem kann ich die Karriereseite von Ritter Sport sehr ans Herz legen.“

Ritter Sport: Familienfreundlichkeit trifft auf Schokoladeninnovation
Ritter Sport steht nicht nur für hochwertige Schokolade, sondern auch für eine fortschrittliche Unternehmenskultur. Das Familienunternehmen mit Sitz in Waldenbuch setzt seit Jahrzehnten auf nachhaltige Produktion, Qualität und soziale Verantwortung – und das nicht nur in Bezug auf seine Produkte, sondern auch als Arbeitgeber.
Familienfreundlichkeit wird bei Ritter Sport gelebt: Flexible Arbeitsmodelle, eine wertschätzende Führungskultur und individuelle Lösungen für berufliche und private Herausforderungen machen das Unternehmen zu einem Vorreiter in Sachen Vereinbarkeit. Mitarbeitende haben hier die Möglichkeit, ihre Karriere den unterschiedlichen Lebensphasen anzupassen – so wie Steffen Dankesreiter, der von einem Minijob in der Schokoladenausstellung bis ins betriebliche Gesundheitsmanagement wechselte.
Mit dieser offenen Haltung schafft Ritter Sport ein Arbeitsumfeld, das nicht nur berufliche Entwicklung, sondern auch die Bedürfnisse von Eltern und Familien in den Mittelpunkt stellt.